App Review: GO for it – FileMaker auf dem iPhone

FileMaker ist seit Jahren eine der beliebtesten Datenbanklösungen für den Mac und hat mittlerweile auch in der Windows-Welt ihre Anhänger gefunden. Viele Nutzer bevorzugen hier gerade das proprietäre Datenbankformat und die Möglichkeit, mit mehreren Usern gleichzeitig in derselben Datenbank zu arbeiten.

Für die mobile Nutzung gab es bislang jedoch nur zwei Möglichkeiten: Entweder der Zugriff auf eine freigegebene Datenbank mit Hilfe von Safari – oder die Nutzung von FMTouch [AppStore-Link], einer Offline-Lösung, die darauf angewiesen ist, dass Datenbanken lokal auf dem iPhone oder iPad vorhanden sind. Klarer Nachteil dieser Variante: Änderungen, die ich mit FMTouch an einer Datenbank oder an deren Datensätzen vornehme, finden sich nur auf der lokalen Datenbank wieder. Gerade bei server-gehosteten Datenbanken, auf die ich gemeinsam mit anderen Usern zugreife, ist das naturgemäß eher nachteilig.

Doch seit Ende Juni steht im AppStore nun auch eine mobile Lösung von FileMaker, Inc. zur Verfügung: FileMaker Go [AppStore-Link].

Gleich vorweg der größte Vorteil von FileMaker Go: Neben der auch hier zur Verfügung stehenden Option, lokale Datenbanken zu öffnen, kann ich auch im lokalen Netzwerk freigegebene oder auf einem Server im Internet gehostete Datenbanken öffen – ganz so, wie das auch die Desktop-Version macht.

Auch diese Version von FileMaker merkt sich die zuletzt geöffneten Datenbanken und die Hosts, bei denen man sich zuvor angemeldet hat.

Die Datenbanken selber lassen sich ebenso einfach nutzen wie in der Desktop-Version – allerdings mit einer Einschränkung: Ein Bearbeiten von Layouts oder Scripten ist mit FileMaker Go nicht möglich.
Einmal hinterlegte Scripte lassen sich allerdings ausführen, wobei sich hier anscheinend nur web-kompatible Scripte tatsächlich im vollen Umfang nutzen lassen. Scripte, die unter Windows oder Mac auf die Zwischenablage zugreifen oder MAPI-Funktionen nutzen, brechen ohne Fehlermeldung ab.

Davon abgesehen lassen sich alle Datensätze fast in gewohnter Form ansteuern und suchen.

Feldeinschränkungen (z.B. fehlende Bearbeitungsrechte im Blättermodus) werden auch von FileMaker Go honoriert:

iPhone-typische Funktionen wie das Kopieren von Feldinhalten oder Pinch’n’Zoom von Layouts funktionieren ebenfalls reibungslos. Doch vor allem die Möglichkeit, Datenbankinhalte in Echtzeit zu bearbeiten, unterscheidet FileMaker Go von seinen Konkurrenzprodukten und tröstet über den mit 15,99€ für AppStore-Verhältnisse extrem hohen Preis für die Software hinweg.

Fazit: Obwohl die Nutzung von FileMaker auf dem iPhone auf Grund der geringen Bildschirmgröße nicht so bequem wie bei der Desktop-Version ausfällt, ist der Funktionsumfang von FileMaker sehr gut umgesetzt. Vor allem die gemeinsame Nutzung von online gehosteten Datenbank hebt FileMaker Go von seinen Mitbewerbern ab. Insgesamt ist FileMaker Go eine gelungene Lösung für mobile Anwender.

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