Tassimo entkalken – so geht’s

Einfache Kaffeemaschinen waren gestern. Heute hat man eine unglaubliche Auswahl an Kaffeevollautomaten, Pad-Geräten oder halt Kapselmaschinen. Eine der beliebtesten ist das uneheliche Kind von Jacobs und Bosch – die Tassimo. Doch wie alle derartigen Maschinen muss auch die Tassimo regelmäßig entkalkt werden – eine Aufgabe, die selbst hochintelligente Mensa-Mitglieder vor schier unüberwindbare Hindernisse stellt.

Wer in einem Single-Haushalt nicht auf seine regelmäßige Tasse Kaffee verzichten will, der merkt schnell, dass er mit einer einfachen Kaffeemaschine nicht unbedingt weiter kommt. Denn nichts schmeckt weniger als abgestandener Kaffee vom Frühstück – auch dann nicht, wenn man den Kaffee direkt in eine Thermoskanne einfüllt.

Und wer nicht bereit ist, den Gegenwert eines Kleinwagens für einen der überall angepriesenen Kaffeevollautomaten auszugeben (ja, auch ich hab einen von diesen Automaten. Aber das ist eine andere Geschichte…), der landet recht schnell bei einer Padmaschine oder einem der Equivalente, die mit unterschiedlichen Arten von Kapseln aufwarten.

Eine der günstigeren Arten von Kapselmaschinen sind dabei die Tassimo-Maschinen, die es in verschiedenen Größen und Preisklassen gibt. Allen diesen Geräten ist jedoch eins gemeinsam – nach einer Weile meldet sich eine unübersehbare, kleine rote Leuchte und verlangt hartnäckig, dass die Maschine entkalkt werden soll. Manche Benutzer entwickeln dann eine Engelsgeduld: „Meine Mutter hat ihre Kaffeemaschine nie entkalkt. Und funktioniert hat sie trotzdem.“ Richtig, aber die Technik einer einfachen Kaffeemaschine ist auch deutlich anders als die oftmals anfällige Technik moderner Kapselmaschinen. Und auch wenn die Tassimo zu den vergleichsweise günstigen Vertretern ihrer Zunft gehört – eine neue Maschine zu kaufen, um das Entkalken zu umgehen, ist nicht unbedingt zielführend…

Die Tassimo kommt mit einer speziellen Reinigungsdisc und einer Kurzanleitung für die regelmäßige Reinigung, die auf der Rückseite auch eine Anleitung zum Entkalken enthält. Der modernen Welt ist es dabei geschuldet, dass diese Anleitung mittlerweile nur noch aus kleinen Symbolbildern besteht, die in definitiv nicht eindeutiger Form erklären sollen, wie man die Maschine entkalkt. Zum Glück jedoch enthält die Kurzanleitung auch einen Verweis auf die vollständige Bedienungsanleitung, die dann ihrerseits genau die gleichen Bildchen enthält wie die Kurzanleitung. Zwar etwas größer und damit etwas besser zu erkennen – aber immer noch genauso unverständlich wie die Kurzanleitung. Es mag ja an mir liegen, dass ich vielleicht etwas zu alt für Comic-Anleitungen bin. Aber eine kurze Suche im Internet offenbart, dass ich anscheinend nicht der Einzige bin, der mit Fragezeichen im Blick die Anleitung liest.

Im Netz gibt es dann auch eine Reihe von ausführlichen Anleitungen, die vor allem auf das häufigste Hindernis eingehen – die Länge des Tastendrucks, der der Maschine anzeigt, dass sie einen Entkalkungsvorgang starten soll. Doch mein erstes Hindernis tauchte schon sehr viel früher auf.

Aber der Reihe nach.

Um die Maschine richtig zu entkalken, muss zunächst der Wasserbehälter gefüllt und das Wasser mit dem dafür vorgesehenen Entkalker gemischt werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Benutzern habe ich mich für den „teuren“ Original-Entkalker von Bosch entschieden, der in Form von 4 Tabs geliefert wird und für den Amazon nur ein paar Euro verlangt – sogar als Same-Day-Delivery.

Die Abbildung, auf der der Entkalker zu sehen ist, zeigt dabei einen der beiden Beutel, in dem sich zwei Tabs befinden. Vielleicht bin ich ja zu dumm, aber ich habe schon früh gelernt, dass es bei Reinigungsmitteln und Entkalker durchaus auch auf die Dosierung ankommen kann. Aber wie viele Tabs fülle ich denn nun in den kleinen Behälter meiner Maschine – einen? Oder doch beide? Ich habe mich letztendlich für einen Tab entschieden, um die Maschine nicht mit einer zu starken Lösung zu beschädigen. Und dabei auch gleich einen weiteren Fehler gemacht: Auch wenn das auf den Bildchen nicht eindeutig zu erkennen ist – der Behälter muss nur bis zu der unteren Markierung befüllt werden, die auch das gleiche Symbol für’s Entkalken trägt wie die Warnleuchte an der Maschine.

tassimo-detailHat man den Entkalker aufgelöst und den Wassertank wieder eingesetzt, stellt man dann einen Behälter unter den Auslauf, der mindestens einen halben Liter Flüssigkeit fassen sollte, legt die Reinigungsdisc in den Kapselhalter der Maschine ein und drückt auf die einsame Taste, die auch für den normalen Betrieb genutzt wird. Und damit die Maschine auch weiß, dass sie entkalken soll, muss man diese Taste mindestens 5 Sekunden gedrückt halten. Dass dieser Zeitrahmen so wichtig ist, konnte ich auch im Netz immer wieder lesen – so z.B. beim Chaosweib. Interessanterweise hatte ich diesen einen Punkt aber tatsächlich schon der Kurzanleitung entnommen. Aber viele andere scheinen hier zu scheitern. Deshalb nochmal in aller Deutlichkeit: Mindestens 5 Sekunden. Dann leuchten sowohl die gelbe „Zapfkontrolle“ als auch die rote Leuchte für’s Entkalken dauerhaft.

 Der ganze Vorgang dauert nun etwa 30 Minuten. Und wer den Wassertank mit der richtigen Menge an Wasser befüllt hat, der braucht sich auch keine Gedanken machen, dass der Auffangbehälter überlaufen könnte… *seufz*

Nach dem Ende des eigentlichen Entkalkens muss dann zunächst der Wassertank gereinigt werden, um zu verhindern, dass Reste des Entkalkers zurückbleiben und dem Benutzer den Geschmack der ersten Tasse Kaffee nach dem Entkalken verleiden. Danach sollte laut Herstellerangaben mindestens zwei Mal ein normaler Brühvorgang mit eingelegter Reinigungsdisc durchgeführt werden, um den Reiniger aus der Maschine vollständig zu entfernen. Ich halte mich hierbei aber dann doch gerne an die altbewährte Maxime „Better to be safe than sorry“ und lasse statt dessen den Reinigungszyklus so oft durchlaufen, bis der Wassertank vollständig entleert ist. Erst dann entnehme ich die Reinigungsdisc und kann anschließend wieder meinen Kaffee ohne schlechtes Gewissen genießen.

Ach ja, eins noch: Dass ich vor dem eigentlichen Entkalken erst mal einen normalen Reinigungszyklus durchgeführt und alle Teile der Maschine gründlich gereinigt habe, muss ich doch nicht extra erwähnen, oder..?

Kommentar verfassen