WhatsApp – Status vs. Tagline

Mit dem letzten Update hat WhatsApp eine komplett überholte Statusfunktion (wieder) eingeführt, die von manchen Users begrüßt, von vielen jedoch eher verflucht wird. Eine kurze Analyse der Situation.

Über viele Jahre hinweg hatte der Kurznachrichtendienst WhatsApp eine vergleichsweise simple Statusfunktion: keine Bilder oder Videos, sondern nur ein einfacher Text, den man nach Einführung der Smileys auch mit ebensolchen grafischen Emoticons verzieren konnte. Das war’s aber auch schon.

Die Statusfunktion an sich wurde von den wenigsten Usern ernsthaft genutzt. Scrollte man durch seine Kontakte, fand sich bei den allermeisten Einträgen das generische „Hey there. I’m using WhatsApp!“. Kreativere Nutzer hatten hingegen oftmals Statusmitteilungen, die sich über Jahre hinweg nie geändert haben und selbst langjährige Rentner manchmal immer noch „im Büro“ verorteten.

Ganz am Anfang – in der Betaphase von WhatsApp – gab es jedoch mal eine deutlich komplexere Statusfunktion, die vom Umfang her den bei WhatsApps Haupt-Konkurrenten, Snapchat, üblichen Status mit Bild, Text und Zeichnungen vorwegnahm. Irgendwann im Laufe der Entwicklung entschied sich WhatsApp jedoch gegen die Fortführung dieser Statusfunktion – sicherlich vor allem in der Anfangsphase auf Grund der sehr hohen Bandbreitennutzung.

Doch mit der zunehmenden Konkurrenz des vor allem auf bunte Bildchen ausgelegten Snapchat hat sich das Entwicklerteam von WhatsApp dazu entschieden, anlässlich des achten Geburtstags des Dienstes diese Funktion wieder einzuführen – ergänzt um ein klassisches Snapchat-Feature, denn das eigene Konto „vergisst“ nach 24 Stunden den zuletzt verwendeten Status wieder.

Unmittelbar nach Einführung der „neuen“ Statusfunktion konnte man dann an Stelle der bisherigen Kontaktliste die Statusmeldungen der Poweruser in der eigenen Kontaktliste finden. Und wer schnell genug war, der konnte die verwendeten Texte und Zeichnungen auch erfassen in den gerade einmal 4 Sekunden, die eine Statusmeldung angezeigt wurde.

Doch erwartungsgemäß gab es auch viele Kritiker der neuen Funktion, die sich die alte Statusfunktion mit einmal gesetztem Status zurückwünschten. Zwar gab es vereinzelt Stimmen, die die neue Funktion vor allem deshalb begrüßten, weil sie einem zeigte, wer WhatsApp tatsächlich gerne und gezielt verwendet und wer eher eine „Karteileiche“ in der eigenen Kontakteliste war. Dennoch gab es viele Stimmen, die WhatsApp aufforderten, den alten Status wieder zurück zu bringen.

Und WhatsApp scheint auf seine User gehört zu haben. Denn schon nach kurzer Zeit teilte das Team des Messengers mit, dass man die alte und die neue Statusfunktion künftig parallel anbieten will – einen kurzzeitigen „Status“, der nach 24 Stunden wieder verschwindet und eine, künftig „Tagline“ genannte Funktion, die dem alten, dauerhaften Status entsprechen soll.

Mittlerweile haben dann auch meine eigenen Beobachtungen den Kritikern Recht gegeben, denn nach anfänglichen Meldungen von etlichen Usern meiner Kontaktliste, die ich gar nicht als aktive User erwartet hätte, ist der Hype um die neue Funktion schon wieder abgeflaut und die wenigen Statusmeldungen, die sich in meiner Timeline heute noch finden, stammen von den Benutzern, die auch vorher bereits sehr aktiv in meiner Timeline zu finden waren.

Und auch WhatsApp scheint bereits weiter fortgeschritten zu sein, denn eines der hauptsächlichen Features des kommenden Updates ist eine ganz andere Funktion, an deren Sinn und Unsinn sich sicherlich auch wieder die Geister scheiden werden: eine Statistik, die anzeigt, wie viel Daten man in einzelnen Chats übermittelt hat – mit Fotos, Videos und Dokumenten.

Kommentar verfassen